autismus Stuttgart e.V.,
Regionalverband zur Förderung von autistischen Menschen

Kindergarten

Der Besuch des Kindergartens sollte sich an den Bedürfnissen des kleinen Autisten oder der kleinen Autistin orientieren. Wir Eltern stellen uns normalerweise diese Fragen:

Wichtig für unsere besonderen Kinder sind folgende zusätzliche Gedanken:

Die meisten Eltern wünschen ihrem Kind die Möglichkeit, sich wohlzufühlen und aufmerksam sein zu können, sowie Hilfe bei dem, was es alleine in der Gruppe noch nicht kann.

Der Regelkindergarten arbeitet auf das Ziel der Schulfähigkeit hin. Sozial schwieriges Verhalten stört auf dem Weg zu diesem Ziel. Sonderkindergärtnerinnen haben mehr Zeit und Erfahrung mit besonderen Kindern. Sie sehen es als ihre Aufgabe, Kindern zum Gruppenverhalten oder zum Überwinden von Wutzuständen zu verhelfen. Sie geben dem Kind kaum das Gefühl, mit seinen Problemen nicht okay, störend, daneben und unerwünscht zu sein.

Stellen Sie sich die Frage: was braucht mein Kind jetzt als beste Bedingung für die anstehenden Lern- und Entwicklungsschritte! Wir haben schon viele Kinder im hochbetreuten Rahmen beginnen sehen; dieselben Kinder konnten später andere Schulen und auch Gymnasien besuchen. Der Entwicklungsweg ist nicht vorhersehbar; daher sollte eine Planung des sozialen - und des Bildungsumfeldes für das einzelne Kind nur in überschaubaren Schritten stattfinden.

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Schule

Unsere Erfahrung hat gezeigt: Integration in Kindergarten und Schule ist wünschenswert; aber nicht immer wird man dem betroffenen Kind gerecht, wenn man es um jeden Preis in einem Regelkindergarten oder einer Regelschule eingliedern möchte. Man sollte immer die besonderen Schwierigkeiten und Bedürfnisse des Kindes im Auge haben.

Alles Wissenswerte steht in der „Handreichung zur schulischen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit autistischen Verhaltensweisen  “, die Sie als Entwurf auf dem Landesbildungsserver Baden-Württemberg finden.

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FC

Gestützte Kommunikation (Facilitated Communication: FC)

Aus der Stellungnahme des FC Netz Deutschland, Mai 2003:

" Die Gestützte Kommunikation ... ist ein ergänzendes Element einer ganzheitlichen Kommunikationsförderung, die es manchen Menschen (FC-Nutzern) mit schweren kommunikativen Beeinträchtigungen ermöglicht, duch gestütztes Zeigen auf Kommunikationshilfen differenzierter zu kommunizieren. Bei FC geht es, wie bei jeder Methode der Unterstützten Kommunikation (UK) - darum, Wege zur Erweiterung und Differenzierung der Alltagskommunikation zu entwickeln. Eine Person (StützerIn) übernimmt in diesem Prozess die Aufgabe, je nach Schwere bzw. Form der Beeinträchtigung der unterstützt kommunizierenden Person sowohl physische, kommunikative und emotionale Hilfestellungen zu geben
Dies erfolgt stets nach dem Prinzip: so viel Stütze wie nötig, so wenig Stütze wie möglich. Durch die körperliche Stütze werden bspw. neuromotorische Probleme verringert und funktionale Bewegungsmuster trainiert. Der Stützer kann, muss aber nicht Gesprächspartner des FC-Nutzers sein. Die Kommunikationshilfen können vielfältig sein: z.B. Objekte, Fotos, Symbole oder Buchstaben und werden stets auf die Bedürfnisse des Nutzers abgestimmt - es geht um weit mehr, als das gestützte Schreiben. ..."

Konkret bedeutet das: FC ist keine Therapie, sondern ein Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen. Dass "ganz nebenbei" oft eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität stattfindet, kann man allerdings als eine positive therapeutische Wirkung bezeichnen.

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie in unseren Broschüren

„Autistische Menschen verstehen lernen“ I und II

Internetadressen:

FC Netz Deutschland:
www.fc-netz.de  

Die 9. Überregionale Tagung zur Gestützten Kommunikation fand am 15.-17. April 2005 in Eppelheim statt:
www.communi-care.org  

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Ausbildung, Beruf

Was soll mein Kind machen, wenn es nicht mehr zur Schule geht? Diese quälende Frage treibt viele Eltern um. Es gibt keine Patentlösung. Wir haben beobachtet, dass die Werkstatt für Behinderte in vielen Fällen die autistischen Menschen auffangen kann, auch wenn manche Wünsche offen bleiben. Man sollte die soziale Absicherung (Sozial- und Rentenversicherung), die mit dem Werkstattbesuch verbunden ist, nicht gering achten.

In den nächsten Jahren muss aber eine große Aufgabe angepackt werden. Immer mehr autistische Menschen besuchen eine Regelschule, und etliche haben bereits einen Schulabschluss in der Tasche. Wie soll und kann es für diese Menschen, die trotz guter Leistungen auf Hilfen/ Begleitung angewiesen sind, weiter gehen?

Projekt "autista"

Gemeinsam mit dem ASB in Heilbronn hat der Verein erfolgreich einen Förderantrag beim Land Baden- Württemberg für das Projekt " autista " gestellt. Zielsetzung ist eine dauerhafte Integration junger Menschen mit Autismus auf dem Arbeitsmarkt, sowie die Schaffung von Ausbildungs-bzw. Arbeitsangeboten für diesen Personenkreis. Dafür soll eine Personalstelle für einen Integrationscoach installiert werden, der mittelfristig die Gesamtkoordination übernimmt und Praktikums-, Ausbildungsplätze sowie Arbeitsplätze akquiriert und betreut. Der ASB Heilbronn, der schon viel Erfahrung mit Schulbegleitern für autistische Menschen hat, wird als Anstellungsträger für Arbeitsassistenten fungieren.

Die Projektbeschreibung finden Sie hier  .

Ansprechpartnerin ist Frau Marlis Seibert: marlis.seibert (at) gmx de

Wir hoffen alle sehr, dass der Antrag positiv entschieden wird.

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Heime

Für autistische Menschen mit gravierenden Störungen ist es nicht leicht, einen passenden Heimplatz zu finden. Spezielle Heime oder Wohngemeinschaften nur für autistische Menschen, die Leben, Wohnen und Arbeit abdecken, gibt es in Baden-Württemberg bisher noch nicht. Es hat sich gezeigt, dass Menschen mit hohem Betreungsbedarf am besten in großen Heimen aufgehoben sind, die über eine eigene Klinik verfügen oder zumindest mit einem Psychiater zusammenarbeiten, der Erfahrung mit autistischen Störungen hat. In diesen Heimen ist es eher möglich, in eine andere Gruppe zu wechseln, falls dies notwendig sein sollte. Auch können behinderte Menschen in Krisenzeiten und wenn sie nicht arbeitsfähig sind, tagsüber in ihrer Wohngruppe betreut werden.

Im Gegensatz dazu gibt es in den Wohnheimen, die den Werkstätten angeschlossen sind, in der Regel nur Früh- und Abenddienste. Tagsüber sind die Gruppen meist nicht besetzt, da davon ausgegangen wird, dass alle einen Arbeitsplatz in der Werkstatt haben. Bei längeren Krankheiten des behinderten Menschen kann es deshalb erforderlich werden, dass Angehörige einspringen müssen. Kleine Wohnheime haben wenig Möglichkeiten, bei heftigen Krisen entsprechend zu reagieren, da sie weder einer Klinik angeschlossen sind noch über Fachärzte verfügen.

In antroposophischen Heimen wird das Miteinander-Wohnen mehr praktiziert als in anderen Einrichtungen. Im Gegensatz zu den Heimen, die nur eine Nachtwache haben, wohnen hier die Hauseltern Tag und Nacht mit der Gruppe zusammen. Dieses familiäre Umfeld kann sehr hilfreich sein, doch es sollte darauf geachtet werden, dass genügend Rückzugsmöglichkeiten für den autistischen Menschen vorhanden sind. Es wird viel Wert auf kulturelle Veranstaltungen und immer wiederkehrende Feste zum Jahreskreislauf gelegt.

Betreute Wohngemeinschaften oder ambulant betreutes Wohnen setzen eine sehr hohe Selbständigkeit voraus, zu der die meisten Autisten nicht in der Lage sind. Die Fähigkeit den Tag zu strukturieren, sich Hilfe zu holen und adäquat zu handeln muß vorhanden sein. In allen Einrichtungen sollte großer Wert auf Förderung und Einzelzuwendung gelegt werden. Auch müssen sie dem Bedürfnis des autistischen Menschen nach Ruhe gerecht werden. Ein Einzelzimmer bietet Sicherheit und Schutz.

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Freizeitgestaltung

An dieser Stelle möchten wir Sie, liebe Leser dieser Seite, um Ihre Mitarbeit bitten.
Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit, die Sie selbst oder mit Ihrem autistischen Kind z.B. im Urlaub bei Übernachtungen, in Wohnortnähe mit Sport-, Musik-, und weiteren Freizeitvereinen oder anderen Interessenverbänden gemacht haben. Es gibt auch in Museen Führungen mit geschulten Mitarbeitern, auch darüber bitten wir Sie um Hinweise.

Ihre Tipps könnten anderen Betroffenen eine große Hilfe sein!

Wir möchten diese Seite offen halten und fortschreiben.

maz (at) autismusstuttgart de

Habt Mut!

(ein Erfahrungsbericht)

Als ich ein Kind war, hasste ich Gesellschaftsspiele. Spielen bedeutete für mich harte Arbeit, die ich am liebsten vermied. Ich hasste es auch, wenn Geburtstag gefeiert wurde und es Geschenke gab, über die ich mich freuen sollte. Das Rascheln des Geschenkpapiers machte mich nervös, so dass ich meine ganze Aufmerksamkeit darauf richtete und so undankbar und unnahbar auf die Gäste wirkte.

Ich konnte so viele Reize, wie sie auf mich eindrangen, nicht verarbeiten. Irgendwann rastete ich aus und lief davon.

Ich habe aber auch gute Erfahrungen gemacht. Schon früh sind meine Eltern mit mir und meinen Brüdern verreist. Wir schliefen in Zelten. Dabei konnte ich mich wohl fühlen. In Skandinavien erlebte ich in einsamen Gegenden wunderschöne Ferien.

Später unternahmen wir weite Reisen mit dem Campingbus. Mein Heim fuhr mit. Der Bus war mein Zuhause, und in den Bus zog ich mich zurück, wenn mir alles zu viel wurde.

Als Erwachsener kann ich große Reisen mitmachen, denn ich komme nun mit den Wahrnehmungsstörungen ganz gut zurecht. Ich genieße Veränderungen, die ich als Kind so sehr fürchtete. Ich erlebe Reisen sehr intensiv und kann inzwischen sogar an Gruppenreisen teilnehmen. Meine Eltern waren mutig, mir immer mehr anzubieten. Das hat sich gelohnt. Das Reisen ist mein Sozialtraining.

Die Erinnerungen an unsere Reisen werden mir im Alter helfen, meine Situation zu verkraften.

Ich rate allen: Habt Mut und versucht den Gesichtskreis der autistischen Menschen zu erweitern.

Dietmar Zöller

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Autismus und Alter

Zu diesem Thema gibt es kaum Untersuchungen und wenige Überlegungen und Planungen, die die Betroffenen einbeziehen. Das Thema beunruhigt aber viele Eltern und vielleicht auch die Betroffenen in größerem Maße, als wir wissen können.

Eine Gesprächsrunde während der Herbstfreizeit 2004 in Böblingen zeigte, dass autistische Menschen und ihre Eltern etwas zu dem Thema beitragen können.

Es wäre schön, wenn Sie sich an dem Gespräch beteiligen würden.
Schreiben Sie uns etwas zu den Fragen:
Wie stelle ich mir mein Leben im Alter vor?
Wie stelle ich mir das Leben meines Sohnes/ meiner Tochter im Alter vor?
Marlies Zöller
maz (at) autismusstuttgart de

Ein Beispiel:

Dietrich hatte einen Traum:

Im Garten seiner Geschwister stand ein kleines Gartenhäuschen. Es hatte ein gemütliches Zimmer, das als Wohn- und Schlafraum diente, ein kleines Bad und eine winzige Küche. Dietrichs Naturholzmöbel passten gut in den Raum. An den Wänden hingen seine Bilder und viele Erinnerungen an Reisen, die er mit seinen Eltern gemacht hatte. Frische Blumen und einige Gewächse schmückten die Wohnung. Natürlich hatte er auch seine Musikanlage und die vielen CDs mitgenommen. Morgens und abends kam ein Pflegedienst und regelmäßig ging ein junger Mann mit ihm laufen. Während der übrigen Zeit lebte er allein. Er wollte gar nicht ständig Menschen um sich haben. Er liebte es auf seinem Bett zu liegen, nachzudenken und seinen Erinnerungen nachzugehen. Wie gern dachte er an die vielen Reisen, die er mit seinen Eltern gemacht hatte. Wenn er allein war, spürte er immer noch die Liebe, die ihn Zeit seines Lebens umgeben hatte. Er fühlte sich wohl und registrierte, dass er älter wurde. Es bereitete ihm keine Angst, wenn er daran dachte, dass er sterben würde. Er war schon lange mit seinem Schicksal ausgesöhnt. Er hing nicht am Leben, und doch lebte er gern.

(aus: Dietmar Zöller, Er sah sein Leben wie auf einer Leinwand, ein autobiografischer Roman, unveröffentlichtes Manuskript)

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Familie

Meistens merken die Eltern zuerst, das etwas "nicht stimmt" mit ihrem Kind. Oft vergeht einige Zeit, bis eine Diagnose festgestellt wird, und dann noch einmal Zeit, bis wir Eltern es wahrhaben wollen und können: wir haben ein autistisch behindertes Kind. Die Familie erfährt eine große Belastungsprobe. Nicht nur die vielfältigen Verhaltensauffälligkeiten erfordern unendliche Geduld und Ausdauer, es gilt auch mit den Selbstzweifeln fertig zu werden - mache ich alles richtig? Mache ich genug? Geht mein Kind in die zu ihm passenden Therapien, wo es am besten gefördert wird? Fördere ich mein Kind ausreichend? Das ahnungslose Umfeld draußen gibt die unterschiedlichsten Ratschläge, mit denen meistens garnichts anzufangen ist, die uns auch manchmal verletzen - wir legen uns schon ein Repertoire an passenden Antworten zu.

Wenn Geschwister da sind, gilt es die Aufmerksamkeit einigermaßen gerecht zu verteilen, und die Eltern als Partner sollten sich auch nicht vergessen. Es ist nur verständlich, dass all diese Anforderungen zu Erschöpfung, Unmut, Traurigkeit und auch Wut und Streit führen können.

Bauen Sie sich ein Netzwerk auf, dass Sie in verschiedenen Bereichen auffangen kann: Treffen Sie sich mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie Sie. Informieren Sie sich, prüfen Sie Informationen zu Therapien gründlich, ob sie zu Ihrem Kind passen oder nicht, ob die Anzahl der Therapien nicht das Kind und/oder Sie überfordert. Suchen Sie zwischendurch gute Betreuungsmöglichkeiten für Ihr Kind, damit Sie Zeit haben, um wieder zu sich selbst und zu Ihren eigenen Bedürfnissen kommen zu können. Schöpfen Sie die finanzielle Hilfen aus, die Ihnen zustehen. Scheuen Sie sich nicht, wenn Sie nicht mehr weiterwissen, professionelle Hilfe zu suchen!

Genießen Sie die schönen Momente mit Ihrem Kind als ein besonders wertvolles Geschenk. Freuen Sie sich über jeden auch noch so kleinen Fortschritt!

"Meine Tochter ist mein Lehrmeister in Tugenden wie Geduld, Aufmerksamkeit und Zuwendung zum Nächsten, und auch zu mehr Bescheidenheit. Ich lerne, mich über die Gegenwart zu freuen, so wie sie nun einmal ist, und andererseits offen zu sein für Überraschungen und große Momente. Ich bin lange noch nicht am Ziel." (Karin Heide-Schäfer)

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Freiwilliges Soziales Jahr oder Zivildienst beim Verein zur Förderung von autistischen Menschen e.V., Stuttgart

Es besteht die Möglichkeit, beim Verein zur Förderung von autistischen Menschen e.V. ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) abzuleisten. Die Tätigkeit besteht fast ausschließlich in der Entlastung von Familien mit einem autistischen Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen. Konkret heißt dies, dass sich die Betreuer vom FSJ für zwei bis drei Stunden um die betreffende autistische Person kümmern. Freizeitgestaltung und sportliche Aktivitäten spielen dabei eine große Rolle. Auch eine Schulbetreuung in einer Schule für Geistigbehinderte gehört zu den Diensten, die derzeit anfallen. Was im Einzelnen mit der jeweiligen Person unternommen wird, hängt von den Wünschen der Eltern und den Möglichkeiten und Fähigkeiten der zu betreuenden Person ab.

Die Mitarbeiter im FSJ sind nicht in einer Einrichtung tätig, sondern begeben sich direkt in die Familien, die in Stuttgart und Umgebung (z.B. auf den Fildern) wohnen. Für die Fahrten steht ein Dienstwagen zur Verfügung, der für den Weg zur und von der Arbeit genutzt werden darf. Der Führerschein ist also unabdingbar.

Es besteht das Angebot einer Supervision durch eine Psychologin des Vereins, so dass Fragen und Probleme, die während der Tätigkeit auftreten, besprochen werden können.
Die Betreuer im FSJ sollten weiterhin zu Hause wohnen können und im Großraum Stuttgart zu Hause sein.

maz (at) autismusstuttgart de

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Ein persönlicher Erfahrungsbericht:

FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) statt Zivildienst

Mein Name ist Julian Zöller, ich bin 18 Jahre alt und bin seit einem halben Jahr der "Zivi" des Vereins. Ich habe mich für 12 Monate FSJ statt 9 Monate Zivildienst entschieden, und ich bereue es nicht.

Zunächst einmal will ich von meiner Arbeit berichten. Ich bin im ambulanten familienentlastenden Dienst (FED) tätig. Ich betreue Autisten im Alter von 6-40 Jahren und bin richtig fit dabei geworden. Es ist nämlich viel Sportliches dabei. Zu den einzelnen Diensten fahre ich mit dem Vereinsauto. Jeder Tag beginnt mit 2 Stunden Wandern. Immer mit einem 40 Jährigen Autisten namens D. Er braucht das, und ich brauche das mittlerweile auch. Gelaufen wird auch mit anderen, aber da es Kinder sind, meist nur eine Stunde und danach wird gespielt. Das kann von Rumtoben über Steckspiele und Eisenbahnbauen alles sein, je nach Fähigkeiten und Verfassung des Kindes. Ein Highlight der Woche ist der Dienst mit der 13 Jährigen L., da geht es nämlich zu einer Behindertensportgruppe. Das ist immer ein Spaß für alle Beteiligten und auch der einzige Dienst mit Kollegen, die ihren Zivildienst bei einer örtlichen Schule ableisten. Auch Schwimmen steht auf dem Programm. Im Hallenbad von Sonnenberg kennt man den 38 jährigen S. und mich schon ganz genau und weiß über seine Marotten Bescheid. Das klingt jetzt alles etwas banal, aber das ist es ganz bestimmt nicht. Denn bei Autisten hat man es mit besonderen Menschen zu tun und dementsprechend sind auch die Tätigkeiten anders, als man sie vielleicht kennt.

Nun zu den persönlichen Vorteilen. Man lernt bei dieser Arbeit so viel fürs Miteinander, entwickelt große Empathie und eine riesen Geduld.

Was man bei der Beschreibung wohl kaum denken würde, man lernt richtig gut Autofahren. Ich fahre gut 400 Kilometer die Woche und bin, obwohl ich den Führerschein erst gerade so beim Dienstantritt hatte, ein richtig sicherer Fahrer. Was mir die Arbeit am meisten gebracht hat, ist Gewissheit, Gewissheit, dass ich auch im Beruf mit behinderten Menschen arbeiten will. Praktischerweise wird das FSJ als Praxisjahr (z.B. für den Heilerziehungspfleger) anerkannt. Damit werden sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. FSJ und Praxisjahr in einem.

Wer sich für diese Arbeit interessiert, kontaktiere Marlies Zöller (0711/793516).
maz (at) autismusstuttgart de

Im September 2011 brauchen wir wieder eine/n FSJ ler/in. Die Anstellung erfolgt über das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, Falkertstraße 29, 70176 Stuttgart. Zivis, die nur 9 Monate bzw. 6 Monate Dienst machen wollen, stellen wir nicht mehr ein.

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Finanzielle Hilfen, Rechtliches

Informationsbroschüren zu Nachteilsausgleichen wie zum Beispiel Steuerermäßigungen und zum Behindertenausweis gibt es beim:

Kommunalverband für Jugend und Soziales (früher Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern)
Integrationsamt und Hauptfürsorgestelle Stuttgart
Lindenspürstraße 39
70176 Stuttgart

Tel.: 07 11 - 63 75 - 0 Zentrale, oder - 249, Frau Schmidt

Um zu den Nachteilsausgleichen zu gelangen, ist als Dokument in der Regel ein Behindertenausweis mit bestimmten Ausweismerkzeichen notwendig.

Der Behindertenausweis wird beantragt bei den zuständigen Stellen...

...im Raum Stuttgart und Böblingen:

Versorgungsamt in Stuttgart
Fritz-Elsaß-Straße 30
70174 Stuttgart

Tel.: 07 11 - 66 73 - 0

...im Raum Esslingen:

Landratsamt Esslingen
Sozialdezernat
Uhlandstraße 1
73726 Esslingen

Tel.: 07 11 - 39 02 - 0

...im Raum Waiblingen:

Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Geschäftsbereich Soziales
Alter Postplatz 10

71328 Waiblingen

Tel.: 071 51 - 50 184 - 0, oder - 841

Genaue Informationen zur Pflegeversicherung gibt Ihnen Ihre Krankenkasse beziehungsweise Ihre Pflegekasse.
Wenn Ihr autistischer Angehöriger einer Pflegestufe zugeordnet wird, erhalten Sie ein monatliches Pflegegeld, und die Pflegekasse zahlt für Sie als Pflegeperson Beiträge zur Sozialversicherung.

Eingliederungshilfe
Kindergeld (auch für erwachsene Behinderte)
Grundsicherung
Persönliches Budget

Zu all diesen Themen finden Sie Hinweise auf den Internetseiten
der Verbände für Menschen mit Behinderung.

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